ketogene Diät/MAD

Die ketogene Diät und modifizierte Atkins Diät (MAD) 
für nähere Infos zur MAD bitte hier klicken!

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie Informationen über alle wichtigen Aspekte der ketogenen Diät als alternative und/oder komplementäre Behandlung bei schwer einstellbarer Epilepsie. Vorab ist mir jedoch ein Hinweis wichtig:

Unternehmen Sie bitte nie eine Durchführung der ketogenen Diät in eigener Regie. Bei der Einstellung auf die Diät kann es zu schweren Stoffwechselentgleisungen kommen, weshalb die Diät immer unter stationärer Aufnahme eingestellt wird. Im Verlauf ist die Diät in Handhabung und Kontrolle einem Medikament gleichzusetzen. Ohne medizinische Begleitung kommt das Durchführen nicht in Frage.

Allgemeine Infos zur ketogenen Diät

Bei der ketogenen Diät erfolgt die  Energieversorgung des Körpers nicht mehr, wie sonst üblich, über den Glucosestoffwechsel, sondern über den Fettstoffwechsel.

Ähnlich wie beim Fasten spielt dabei der Abbau von Fett und die dabei anfallenden Stoffwechselprodukte, die Ketone, eine entscheidende Rolle.

Der genaue Wirkungsmechanismus der ketogenen Diät ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich verändert sich die Art der Energieversorgung des Gehirns, welches zu einer Stabilisierung der hirnelektrischen Aktivität führt. Die Ketone nutzen andere Transportmoleküle und Ionenkanäle als die Glucosemoleküle um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Darin vermutet man auch die Erklärung der positiven Wirkung der ketogenen Diät.

Ziel der ketogenen Diät ist das Erreichen einer dauerhaft stabilen Ketose. Diese wird zwei- bis dreimal täglich mit speziellen Messstreifen capillar im Blut kontrolliert (ähnlich dem Blutzuckermessen). Ist die Ketose stabil, können die Abstände vergrößert werden und die Kontrolle der Ketose über den Urin erfolgen. 

Um den Erfolg der ketogenen Diät bewerten zu können, sollten mindestens drei Monate der korrekten Diätdurchführung unter stabiler Ketose hinter dem kleinen Patienten liegen. Nach den ersten drei Monaten wird in einer erneuten kurzen stationären Aufnahme gemeinsam mit den Ärzten entschieden, ob und wie die Diät wirkt und ob eine Fortführung der Diät erfolgen soll. Dies hängt neben der Anfallsituation und den medizinischen Befunden auch von den Beobachtungen hinsichtlich Verhalten und Entwicklung des Kindes ab. Viele Eltern berichten neben der krampfhemmenden Wirkung der Diät ebenfalls um eine Verbesserung der Wahrnehmung der Kinder und einer insgesamt positiveren Entwicklung. Natürlich muss auch die Bereitschaft der Eltern für die Fortführung weiterhin gegeben sein.

Entscheidet man sich für eine Fortführung der Diät, so ist diese dann für ca. zwei Jahre unter regelmäßigen klinischen Kontrollen vorgesehen.