Einsatzfelder & Wirkung

 

Einsatzfelder der ketogenen Diät

Die ketogene Diät kann prinzipiell bei allen Formen der Epilepsie und in jedem Alter eingesetzt werden. Es ist üblich, die ketogene Diät insbesondere bei therapieresistenter Epilepsie anzuwenden.

Als therapieresistent gilt eine Epilepsie dann, wenn die ordnungsgemäße Behandlung mit mindestens drei Antikonvulsiva in Mono- oder Kombinationstherapie als nicht erfolgreich angesehen werden muss, also eine Anfallsfreiheit nicht erreicht werden konnte.

Es gibt Studien die dafür sprechen, die ketogenen Diät unter bestimmten Voraussetzungen auch früher als Behandlung vorzuschlagen. Diese sind:

  • myoklonische Anfälle, insbesondere diagnostiziertes Doose- oder Dravetsydrom
  • Kind bis zum Alter von 6 Jahren
  • hohe Motivation der Eltern zur Durchführung der Diät

Die Behandlung der ersten Wahl sollte die ketogene Diät bei nachgewiesenem Glukosetransporter-(Glut1)-Defekt sowie bei einem Pyruvat-dehydrogenase-Mangel sein.

Aktuell beschäftigt sich die medizinische Forschung auch mit der Anwendung ketogener Diät bei Krebspatienten. Erste Ergebnisse sind erfolgversprechend.

Darüber hinaus existieren Erfahrungsberichte mit sehr kleinen Patientenzahlen, bei denen die ketogene Diät erfolgreich bei der Behandlung nachfolgend angeführter Erkrankungen eingesetzt wurde: Rett-Syndrom, Asperger-Autismus oder Landau-Kleffner-Syndrom.


Wirkung der ketogenen Diät

Der genaue Wirkmechanismus der ketogenen Diät ist noch ungeklärt. Man vermutet jedoch, dass die Wirkungsursache der veränderte Energiehaushalt im Gehirn ist. Die Ketone nutzen andere Ionenkanäle als die Glucose und haben wohl auch selbst eine krampfreduzierende Wirkung, was sich in ca. 15% der Fälle in einer Anfallsfreiheit unter ketogener Diät widerspiegelt.

Bei 50% der Kinder kann eine Anfallsreduktion von bis zu 90% erlangt werden!









 

 

 

 

 

Anke Engel