Modifizierte Atkins Diät (MAD)

 

Eine Alternative zur ketogenen Diät stellt die modifizierte Atkins Diät (MAD) dar. Besonders für ältere Kinder und Jugendliche findet diese Form der Diätbehandlung immer  mehr Gefallen. Es gibt wichtige Unterschiede zwischen den beiden Ernährungstherapien, gleichwohl beide für die Behandlung von Epilepsien eingesetzt werden. Bei der modifizierten Atkins Diät kommt weniger Fett zum Einsatz, da es nicht den Mahlzeiten zugesetzt wird. Somit ist also das ketogene Verhältnis sehr viel niedriger, wenn man es mit der klassischen ketogenen Diät in vergleich setzen wollte. Die Menge an Eiweiß ist nicht beschränkt und auch die Höhe der täglichen Kalorienzufuhr ist nicht limitiert. Diese Form der Diät ist damit weniger restriktiv wie die klassische ketogenen Diät. Allein die Höhe der täglichen Kohlenhydratmenge ist vorgegeben. Meist startet man bei der Einführung mit einer Menge von 10 Gramm Kohlenhydraten am Tag und steigert diese dann nach ca. 2 Monaten auf eine Menge von 15 Gramm am Tag. Die Einführung kann sehr schnell und ohne Fastenphase erfolgen und auch die Eltern müssen weniger geschult werden als bei der klassischen ketogenen Diät. Am Ende genügen oft eine Liste der wichtigsten Lebensmittel und deren Kohlenhydratanteil um die MAD durchzuführen. 

Immer mehr Kliniken bieten die MAD an. Auch diese wird stationär eingeführt. Auch die Verlaufskontrolle erfolgt in einem Turnus von ca. 3 Monaten – ähnlich wie bei der klassischen ketogenen Diät. Allerdings werden diese je nach Klinik auch nur ambulant durchgeführt. Ob die MAD wirkt oder nicht ist ebenfalls meist sehr schnell zu beurteilen. Auch bei der MAD wird spätestens nach den ersten 3 Monaten eine Entscheidung über das weitere Fortführen der Diät getroffen. Auch die Kontrolle der Ketose sowie der Blutzuckerwerte ist notwendig um die Höhe der Ketose und die Anzahl der Anfälle in Beziehung setzen und so den Erfolg der MAD beurteilen zu können. Die Kinder kommen bei der MAD oft nicht so hoch in die Ketose wie bei der klassischen ketogenen Diät. Hier kann man mit extra Zugaben von Fetten oder Ketocal einen „boost“ für die Ketose erreichen. Die MAD kann ähnliche Nebenwirkungen haben wie die KD, dies wird bei den Kontrolluntersuchungen beobachtet. Auch die MAD ist zu handhaben wie ein Medikament – ein Selbstversuch ohne professionelle Unterstützung und medizinische Überwachung ist nicht ratsam. 

Anders als bei der ketogenen Diät müssen die Rezepte nicht individuell für jedes Kind ausgerechnet werden. Somit gibt es bereits viele fertige Rezepte und auch ein ganz tollen Kochbuch zur MAD („Das Mutmach-Kochbuch“, erhältlich über das Epilepsiezentrum Kehl-Kork).
(Bezugsquelle: mut_mach_kochbuch)

Die MAD ist im Alltag noch besser durchführbar als die ketogene Diät. Es darf aufgrund der beliebigen Eiweißmenge auch mal ein Würstchen auf die Hand sein und ein Naschen zwischendurch wird wieder möglich. Die Erfolge der modifizierten Atkins Diät sind ebenfalls in Studien nachweisbar. Neueste Analysen haben ergeben, dass die MAD gegenüber der KD im deutschsprachigen Raum und auch international zunehmend bevorzugt angeboten wird. Die Wirksamkeit der MAD bei pharmakoresistenten Epilepsien des Kindesalters gilt als hinreichend gesichert, wobei ein direkter Vergleich noch nicht möglich ist. Im Hinblick auf die Akzeptanz ist die MAD der klassischen KD überlegen, besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen oder bereits vorliegender schlechter Akzeptanz oder aufgetretenen Nebenwirkungen unter klassischer KD. sie stellt eine Alternative dar für Eltern, die sich oder ihrem Kind die klassische ketogenen Diät, aus welchem Grund auch immer, nicht zutrauen. Auch für Erwachsene Patienten kommt die Behandlung mit der MAD als alternative Epilepsiebehandlung in Frage.

 

 

 

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